Keynote Speaker

Wir freuen uns sehr, dass wir für die Keynote-Vorträge die folgenden international herausragenden Experten gewinnen konnten:

Keynote-Speaker

  • Prof. Dr. Susan Bögels
    Prof. Dr. Susan Bögels Universität Amsterdam
    Prof. Dr. Susan Bögels

    Keynote am Donnerstag den 30.05.2019

    Bringing mindfulness to families: A developmental and relational perspective

    Mindful parents can influence the parent-child relation and development of their children, mindful children their parents, and mindful partners can influence the quality of the partner relationship, which in turn will influence the partner’s mindful parenting and the wellbeing of the children. In this keynote mindfulness is approached from a family perspective. Evidence is presented on how mindfulness for the father, mother and their child influence the psychopathology in the whole family. I will demonstrate this system perspective using data from our own trials on mindfulness for families of a child with ADHD and autism-spectrum disorder, trials on mindful parenting for parents of children with different forms of psychopathology, data on mindful parenting for mothers with their baby or infant, and finally mindful parenting for pregnant couples

     

    Prof. Dr. Susan Bögels ist als zugelassene Klinische Psychotherapeutin, die sich auf kognitive Verhaltenstherapie und Achtsamkeit für Kinder, Eltern, Familien und Unternehmen spezialisiert hat, prädestiniert für das diesjährige Workshopkongressthema und vertritt mit Ihrer Keynote sinnbildlich die Klangschale (für Achtsamkeit). Sie ist Professorin für Achtsamkeit an der Universität von Amsterdam (UvA). Zudem ist sie Gründerin des UvA-Familienlabors und des akademischen Behandlungszentrums UvA, in dem evidenzbasierte kognitive Verhaltens- und Achtsamkeitsinterventionen für Familien mit Psychopathologie angeboten werden. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die generationsübergreifende Übertragung von Psychopathologie durch Familienprozesse und die (Kosten-) Effektivität von auf Achtsamkeit basierenden Interventionen. Ihre Grundlagenforschung wurde mit mehreren persönlichen Stipendien für exzellente Forscher (Aspasia, VIDI, VICI) ausgezeichnet. Sie veröffentlichte über 200 Artikel in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften, viele Kapitel und 14 Bücher. Ihre Bücher über achtsame Erziehung werden in mehrere Sprachen übersetzt, und die von ihr und ihren Kollegen entwickelten Achtsamkeitsinterventionen werden weltweit eingesetzt.

  • Prof. Dr.-Ing. Björn Schuller
    Prof. Dr.-Ing. Björn Schuller Universität Augsburg
    Prof. Dr.-Ing. Björn Schuller

    Keynote am Donnerstag den 30.05.2019

    Automatische Analyse von Affekt und affektiven Störungen im Alltag: Eine neue Ära der Psychotherapie?

    Automatische Erkennung menschlicher Emotion durch Computer hat sich in Ihrer Geschichte von mehr als zwei Jahrzehnten zu neuer Reife hin entwickelt: Sie erfolgt zunehmend verlässlich auch unter Alltagsbedingungen und selbst vollständig integriert auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Smartwatches. Gleichzeitig geschieht sie verstärkt multimodal, also unter synergistischer Ausnutzung mehrerer Informationsquellen wie der Analyse der Stimmakustik, des gesprochenen Worts, des Gesichtsausdrucks, der Körperhaltung und Bewegung sowie physiologischer Größen. Ergänzend wird jüngst auch kontextuelle Information vermehrt gewinnbringend in die Modellierung eingebracht. Eine robuste Analyse – auch wert- und zeitkontinuierlich – ist dank neuer Algorithmen tiefen Lernens weitgehend unabhängig vom kulturellen Hintergrund und der Sprache möglich. Über die Verfolgung von Basisemotionen und Emotionsdimensionen wie etwa Valenz hinaus steht dabei eine ansteigend breitere Modellierung des allgemeinen individuellen Zustands im Vordergrund. Dies beinhaltet unter anderem die automatische Einschätzung des Grads oder Typs diverser psychischer Störungen. Ein Überblick über den aktuellen Leistungsstand der Technik ist durch mehrere über ein Jahrzehnt organisierte Wettbewerbsreihen wie AVEC, ComParE, oder MEC gegeben. Zurzeit erlauben die technischen Möglichkeiten dabei bereits nahezu selbstständiges Anlernen entsprechender automatischer Systeme aus neuen Daten – selbst, wenn diese nur im geringen Umfang verfügbar sind. Möglichkeiten für die Anwendung im Alltag und in der Psychotherapie zeigt dabei eine Reihe von europäischen Projekten wie ECoWeB oder RADAR CNS. Gemeinsam mit den aktuellen Trends des Fachgebiets wie die Modellierung einer tieferen Struktur affektiver Größen, feinere Modellierung der Synchronität von Modalitäten oder eine engere Integration von Nutzern und Anpassung an diese deutet dabei das revolutionäre Potential für den künftigen Einsatz an.

     

    Prof. Dr. Björn W. Schuller ist seit 2017 Professor des Lehrstuhls für Embedded Intelligence for Health Care and Wellbeing an der Fakultät für Angewandte Informatik und der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg. Seit 2018 ist er zudem Professor für künstliche Intelligenz am Department of Computing des Imperial College. Darüber hinaus ist er seit 2012 Mitgründer und derzeit CSO der audEERING GmbH - ein Start-up der TUM für intelligente Audiotechnik. Prof. Schuller ist Fellow des IEEE für Beiträge zu Computer Audition, gewähltes Mitglied des technischen Ausschusses für IEEE-Sprach- und Sprachverarbeitung und leitendes Mitglied der ACM. Er war (Ko-) Autor bei 5 Büchern und hat mehr als 700 Veröffentlichungen in Fachzeitschriften. Er gewann mehrere Preise, darunter die IEEE ACII 2009 Best Technical Demonstration und das ICASSP CHiME Speech Separation and Recognition Challenge-Gewinnsystem / Best Paper aus dem Jahr 2013, weitere Best Paper Awards, wie zum Beispiel von der Audio Engineering Society-Jahrestagung 2014, die ersten Plätze bei Forschungsherausforderungen wie MIREX und MediaEval, und eine bemerkenswerte Erwähnung wie beim ACM Multimedia Open-Source-Software-Wettbewerb in den Jahren 2010 und 2013. Im Jahr 2015 wurde er außerdem vom World Economic Forum als einer von 40 außergewöhnlichen WissenschaftlernInnen unter 40 Jahren ausgezeichnet. 2017 sicherte sich sein Unternehmen den 1. Platz als „Innovator of the Year“ des Digital Marketing Innovation World Cup 2017.
    Mit Prof. Schuller haben wir eine außerordentliche Keynote für das Thema Automatische Erkennung menschlicher Emotion durch Computer.
  • Prof. Dr. Reinout Wiers
    Prof. Dr. Reinout Wiers Universität Amsterdam
    Prof. Dr. Reinout Wiers

    Keynote am Samstag, 01.06.2019 von 13:30 bis 14:30 Uhr

    Cognitive Bias Modification (CBM) in Addiction: an Update and Perspective toward a cybercoach by integrating CBM with Cognitive Behavior Therapy.

    Cognitive bias modification has shown efficacy as add-on to cognitive behavior therapy in the treatment of alcohol use disorders, with a small but consistent add-on effect of a 8.5 to 13% reduction in relapse in the year after treatment compared to sham- or no training (Wiers et al., 2011; Eberl et al, 2013; Rinck et al 2018). Note that these clinical effects should not be confused with short-lived effects in proof-of-principle studies in students (see Wiers et al., 2018; Boffo et al., in press). Effects of CBM in smoking have shown some promise, but have been less consistent. One new approach in this domains has been to link the contents of the CBM training more closely to the contents of the CBT intervention, which is a step toward a more personal cybercoach variety of CBM training.

     

    Prof. Dr. Reinout Wiers ist Professor für Entwicklungspsychopathologie an der Universität von Amsterdam (UvA). Er ist international bekannt für seine Arbeit zur Beurteilung und Veränderung impliziter kognitiver Prozesse bei Abhängigkeit. Prof. Wiers hat mehr als 250 internationale Publikationen und eine in seinem Forschungsgebiet weit überdurchschnittliche Anzahl an Buchkapiteln und Büchern veröffentlicht.
    Von der niederländischen National Science Foundation (N.W.O.) erhielt er die renommierten Forschungsstipendien VIDI (2002) und VICI (2008) für die Erforschung impliziter Kognition und Sucht. Mit Alan Stacy hat er das „Handbuch der impliziten Kognition und Abhängigkeit“ (SAGE, 2006) herausgegeben. Er ist leitender Redakteur einer der wichtigsten Zeitschriften „addiction journal“ im Bereich Substanzmissbrauch und in der Redaktion mehrerer anderer Magazine zum Thema Sucht und Abhängigkeit. Da die Aspekte von kognitiven Prozessen bei Abhängigkeitserkrankungen bisher kaum in die psychotherapeutische Ausbildung und Praxis integriert sind, ist dieser Vortrag für den Großteil der Therapeuten und Jungwissenschaftler von zentraler Bedeutung.

Klaus-Grawe-Mittagsvorlesung

  • Prof. Dr. Johannes Michalak
    Prof. Dr. Johannes Michalak Universität Witten/Herdecke
    Prof. Dr. Johannes Michalak

    Keynote am Freitag den 31.05.2019 von 13:30 bis 14:30 Uhr

    Vergessen Sie Ihren Körper nicht - Achtsamkeit und Embodiment in der Klinischen Psychologie

    In den letzten Jahren sind achtsamkeitsbasierte Therapieverfahren auf zunehmend breiteres Interesse im Bereich der psychotherapeutischen Forschung und Praxis gestoßen. Besonders im Bereich der Rückfallprophylaxe bei Depression liegt deutliche Evidenz für die Wirksamkeit der Achtsamkeitsbasierten Kognitiven Therapie vor. Im ersten Teil des Vortrags wird ein Überblick über die Achtsamkeitsbasierten Kognitiven Therapie gegeben und zentrale Befunde zur Wirksamkeit dieses Ansatzes vorgestellt.

    Eine Besonderheit der in achtsamkeitsbasierten Therapieverfahren durchgeführten Übungen ist ihr starker Körperbezug. So sollen der Body Scan oder die Atemmeditation Patienten dabei unterstützen, sich ihrem körperlichen Erleben bewusst und nicht wertend zuzuwenden. Im zweiten Teil des Vortrags wird es um die Frage gehen, warum die Einbeziehung des Körpers im Rahmen von achtsamkeitsbasierten Verfahren, aber auch allgemein für die Behandlung von psychischen Störungen von Relevanz ist. Hierzu werden Befunde aus dem Bereich der klinischen Embodiment-Forschung vorgestellt, die nahe legen, dass es bei psychischen Störungen enge Wechselwirkungen zwischen motorischen Prozessen auf der einen Seite und kognitiv-emotionalen Prozessen auf der anderen Seite gibt. Diese Befunde zeigen zum einen, dass psychische Störungen mit spezifischen motorischen Mustern assoziiert sind, beispielsweise Depressionen mit einem bestimmten Gangmuster. Auf der anderen Seite zeigen sie aber auch, dass durch Veränderungen auf motorischer Ebene, zentrale pathopsychologische Prozesse verändert werden können.

    Diese Befunde legen nahe, dass es für Therapeuten und Patienten sinnvoll ist, den Körper nicht zu vergessen. Im dritten Teil des Vortrags werden daher anwendungsorientierte Implikationen der klinischen Embodiment-Forschung diskutiert. Dabei ergeben sich zwei Perspektiven: zum einen erscheinen Ansätze sinnvoll, die die Körperbewusstheit fördern und somit auch zu einer Bewusstheit der Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche beitragen. Zum anderen sollte die therapeutischen Möglichkeiten von Interventionen untersucht werden, die direkt motorische Muster (z.B. Körperhaltung, Gangmuster) verändern.

     

    Prof. Dr. Johannes Michalak ist seit 2014 Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Witten/Herdecke. Er ist Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und Supervisor. Das Studium der Psychologie absolvierte er an der Ruhr-Universität Bochum. Prof. Michalak lehrte an den Universitäten in Heidelberg und Bochum und hatte eine Gastprofessur an der Queen’s University Kingston (Kanada). Von 2011 bis 2014 war er Professor für Klinische Psychologie an der Uni Hildesheim. Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Michalak sind insbesondere achtsamkeitsbasierte Therapieverfahren und Embodiment in der Klinischen Psychologie. Die meisten im Rahmen achtsamkeitsbasierter Therapieverfahren praktizierten Übungen haben einen starken Körperbezug - die Patienten werden intensiv in der bewussten und wertfreien Erfahrung ihres Körpers geschult. Auch neuere Emotionstheorien gehen von einer engen Wechselwirkung zwischen Körper (z.B. psychomotorischen Prozessen) und Emotionen aus. Mit Prof. Michalak haben wir eine weitere hervorragende Keynote, die mit dem Thema Achtsamkeit symbolisch die Klangschale in unserem Kongressthema repräsentiert.